Salon
Im Rahmen der französischen Woche 2020
 
Wann: Sonntag, 29. März 2020, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden
 
In dieser Matinee werden Dokumente und Berichte aus jener Zeit und frühe Gedichte Rimbauds präsentiert und mit den Ereignissen in Zusammenhang gebracht.
 
Vor 150 Jahren, im Juli 1870, begann der Krieg der deutschen Länder unter Führung Preußens gegen das französische Kaiserreich unter Napoleon III. Das französische Kaiserreich unterlag, die Folgen waren einschneidend: Das 2. deutsche Kaiserreich wurde gegründet. Statt einer Ansammlung von Klein- und Mittelstaaten war der östliche Nachbar Frankreichs nun ein starker Staat: Rivale und Feind in zwei Weltkriegen.

Aber der 70er Krieg hat auch Frankreich grundlegend verändert: Die Pariser Kommune vom Frühjahr 1871 war der erste Versuch der Menschheitsgeschichte, eine sozialistische Ordnung zu errichten. Nach ihrer Niederschlagung schwankte Frankreich eine Zeit lang zwischen Monarchie und Republik, entschied sich dann aber für die Republik.
 
Arthur Rimbaud ist im Sommer 1870 16 Jahre alt. Im Krieg wird der französische Lyriker und Avantgardist erwachsen und beginnt wie aus dem Nichts heraus sein faszinierendes Werk.
 
Wir versuchen, den Spuren dieses Genies zu folgen, das innerhalb weniger Monate regelrecht aufplatzt. Rimbaud wächst in Charleville auf, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Sedan, wo am 2. September 1870 die französische Armee mit 100 000 Soldaten kapituliert. Er reist nach Paris, zurück nach Charleville, dann nach Belgien und wieder nach Paris. Was hat er gesehen, erfahren, was hat ihn beeinflusst?
 
Der Schläfer im Tal“ heißt ein Gedicht Rimbauds aus dieser Zeit, in dem er einen toten Soldaten beschreibt, der in einer Blumenwiese liegt.
 
Vortrag und Moderation (Deutsch): Ralf Kröner
Gedicht-Vortrag (Französisch und Deutsch): Catherine Gebhardt-Bernot
 
Nach der Präsentation hat das Publikum das Wort. Gespräche untereinander und mit Catherine Gebhardt-Bernot und Ralf Kröner stehen im Vordergrund.