Ich hatte im Gymnasium im württembergischen Schorndorf einen im Großen und Ganzen guten und gründlichen Geschichtsunterricht. Ausführlich wurden das 19. Jahrhundert und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts behandelt. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 und 71 kam auch vor, aber ich erinnere mich so daran, dass er als relativ harmlos dargestellt wurde, vor allem als Vorspiel zur deutschen Vereinigung behandelt wurde. Das ist vielleicht verständlich, wenn man bedenkt, was hinterher kam, das Jahrhundert der Katastrophen mit seinen Weltkriegen, Zivilisationsbrüchen, Völkermorden.

 

 Auf jeden Fall war dies meine Sichtweise, als mich vor einigen Jahren Kollegen aus dem Saarland in ein sympathisches Restaurant nach Frankreich einluden. Es liegt auf einer Anhöhe namens Spicherer Höhen, ungefähr 10 km von der Saarbrücker Innenstadt entfernt. Direkt hinter dem Gasthof ist ein steiler Abhang, an dessen Fuß die Grenze zu Deutschland verläuft.

Die Freude aufs gute französische Essen wurde dann allerdings stark getrübt, als ich den Text las, der auf einem Gedenkstein steht, der dort aufgestellt ist. Am Nachmittag des 6. August 1870 griffen preußische Truppen französische Einheiten an, die auf den Spicherer Höhen lagen. Bis zum Abend gelang es ihnen, die Franzosen aus ihren Stellungen zu vertreiben. Deshalb gibt es in Berlin bis heute die Spichernstraße und eine gleichnamige U-Bahnstation.

Die „heldenhafte“ Erstürmung der Spicherer Höhen war vor allem ein grauenhaftes Gemetzel; wie im Rausch schossen die Gegner erst auf einander und bohrten sich dann im Nahkampf die Bajonette in die Leiber. Innerhalb weniger Stunden wurden 5 000 deutsche und 2 000 französische Soldaten getötet oder verletzt, 2 000 Franzosen gerieten in Gefangenschaft.

 

Der Deutsch-Französische Krieg war alles andere als harmlos. Er wurde mit äußerster Härte geführt. Nicht nur wurde der Gegner in keiner Weise geschont, auch die eigenen Leute wurden in großer Zahl geopfert. Wobei man wohl feststellen muss, dass zu Beginn des Krieges die deutsche Seite mit ihren Soldaten rücksichtsloser umging als die französische.

Die Franzosen hatten die besseren Gewehre. Ihre 'Chassepots' trafen noch auf 1 200 m Entfernung tödlich, die deutschen Gewehre hatten nur etwa die halbe Reichweite. Dafür war allerdings die preußische Artillerie mit ihren Krupp-Geschützen den französischen Kanonen überlegen und richtete schreckliche Massaker an.

Die Soldaten wurden mit der Eisenbahn an die Front gefahren. Der 70er Krieg war einer der ersten industriellen Kriege, fabrikmäßig geplant, vorbereitet und geführt.

  

Der Historiker Tobias Arand zieht am Ende seines erhellenden Buchs aus dem Jahr 2018, in dem er viele aufschlussreiche Zeitzeugenberichte zitiert, folgenden Schluss: „Viele der Schrecken des Ersten Weltkriegs und damit indirekt auch der folgenden des totalitären 20. Jahrhunderts lassen sich schon im Krieg von 70/71 finden. Er war bereits ein Laboratorium der technisiert-industrialisierten Moderne und des nationalisierten, durch Massenmedien geschürten Fanatismus, die dann im Ersten und Zweiten Weltkrieg ihre die Menschheit erschütternde ganze Zerstörungskraft entfalten sollten.“

 

1. Akt: Der deutsche „Verteidigungskrieg“

 

Wie kam es zum deutsch-französischen Krieg von 1870 und 71? Ich denke, wir haben alle von der 'Emser Depesche' gehört: Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen wurde von der spanischen Regierung auserkoren, spanischer König zu werden. Er hatte keine große Lust dazu, und das Oberhaupt der Hohenzollern, König Wilhelm von Preußen, war auch nicht begeistert. Aber sein Ministerpräsident, Otto von Bismarck, hielt die Sache am Köcheln. Schließlich erklärten sich die beiden Monarchen einverstanden.

Das rief Kaiser Napoleon III. und seine Regierung auf den Plan und sie machten daraus eine Grundsatzfrage: Frankreich werde eingekreist. Als die Hohenzollern daraufhin ihre Zustimmung zur spanischen Inthronisation zurückzogen, reichte das der französischen Regierung aber nicht. Sie forderte nun, dass König Wilhelm zusichern müsse, dass er niemals seine Zustimmung geben würde, falls die Kandidatur nochmal zur Sprache käme. Das empfand Wilhelm als Zumutung und lehnte ab.

Der preußische König war zur Kur in Bad Ems, Bismarck in Berlin. Die Vorgänge in Ems wurden Bismarck mit der damals modernsten Kommunikationstechnik, einem Telegramm - französisch Depesche -, übermittelt. Bismarck kürzte das Telegramm aus Bad Ems zusammen, das im damals üblichen, umständlich diplomatischen Stil verfasst war. Der von Bismarck redigierte Text, den er an die Presse gab, gipfelte in der Aussage, dass der preußische König Frankreich grundsätzlich nichts mehr zu sagen habe. Das bedeutete wörtlich genommen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Napoleon III. und seine Regierung fühlten sich schwerstens gekränkt und erklärten Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg. In Deutschland erhob sich daraufhin eine Welle des Patriotismus. Auch die süddeutschen Länder Hessen-Darmstadt, Baden, Württemberg und Bayern standen jetzt an der Seite Preußens und schickten ihre Truppen zusammen mit denen des Norddeutschen Bundes an die Grenze zu Frankreich.

 Soweit die Erzählung aus dem Geschichtsbuch, die an sich nicht falsch ist. Aber Kränkung, Ehrgefühl, Patriotismus, das war die Oberfläche. Darunter verbargen sich kompliziertere Verhältnisse.

 

Napoleons korruptem Regime wäre ein siegreicher Krieg gegen Preußen zur Stabilisierung der Machtverhältnisse in Paris gerade recht gekommen. Friedrich Engels schreibt in der Einleitung zum Aufsatz 'Der Bürgerkrieg in Frankreich' von Karl Marx: „Das zweite Kaiserreich (also das Regime von Napoleon III., R.K.), das war der Appell an den französischen Chauvinismus (...). Daher die Notwendigkeit zeitweiliger Kriege und Grenzerweiterungen. Aber keine Grenzerweiterung blendete so sehr die Phantasie französischer Chauvinisten wie die des deutschen linken Rheinufers.“

 

Gleichzeitig setzte auch Bismarck auf Krieg, um Preußen zur Vormacht in Mitteleuropa zu machen. Gegen Österreich war er bereits  erfolgreich gewesen. In seinen Memoiren 'Gedanken und Erinnerungen' schreibt er, dass er überzeugt war, dass der Krieg mit Frankreich unausweichlich gewesen sei. Bismarck hat in seinen Memoiren seine Sicht der Dinge dargestellt, die bestimmt nicht die historische Wahrheit ist. Er beschreibt darin aber doch einiges zutreffend und enthüllt manches unabsichtlich.

Das Kapitel über den 70er Krieg ist erstaunlich kurz geraten. Der eigentliche Krieg wird kaum behandelt, dafür beschreibt Bismarck aber die Ereignisse ausführlich, die zur Emser Depesche führten, und die Zeit direkt danach: „Der deutsch-nationale Aufschwung, welcher der französischen Kriegserklärung folgte, vergleichbar einem Strome, der die Schleusen bricht, war für die französischen Politiker eine Überraschung“, schreibt Bismarck. Er dagegen war nicht überrascht, sondern hatte mit dem 'schleusenbrechenden Strome' vor allem in den süddeutschen Ländern gerechnet, auf jeden Fall darauf gehofft, und lenkte ihn auf seine Mühlen.

Die Spanien-Affäre kam Bismarck sehr gelegen und er hat sie, wenn nicht erzeugt, so doch nach Kräften gefördert und dann genutzt. Sie war das Stöckchen, von dem er annahm, dass Napoleon III. darüber springen würde. Aber woher wusste er, dass Napoleon auch darüber stürzte und Frankreich anschließend den Krieg verlieren würde? Die Geschichte hätte für Preußen übel ausgehen können. Bei allen preußischen „Tugenden“, die er verkörperte, war Bismarck wie wahrscheinlich die meisten Politiker seiner Zeit, auch ein Spieler, der seinen Clausewitz kannte: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“

 

Obwohl Frankreich 1870 das entwickeltere Land war, zentralisiert mit einer starken Wirtschaft, einem entwickelten Finanzsystem, und obwohl Frankreich den Krieg begonnen hatte, bereitete es der französischen Militärführung große Schwierigkeiten, ihre Armeen kriegsbereit zu machen und an die deutsche Grenze zu bringen. Viele Beobachter, darunter der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke, rechneten damit, dass die Franzosen schnell über das relativ ebene Gelände von der französischen Grenze bei Metz in Richtung Mainz zum Rhein vorstoßen würden. Aber das passierte nicht.

Die Mobilisierung der französischen Truppen gestaltete sich zäh. Das führte schließlich dazu, dass die deutschen Armeen die Grenze überschritten, bevor französische Soldaten nach Baden, in die Pfalz oder ins Saarland einmarschieren konnten. Bei den elsässischen Gemeinden Weißenburg und Wörth und auf den Spicherer Höhen trafen die Truppen Anfang August auf einander, Mitte des Monats konzentrierten sich die Kämpfe in der Umgebung von Metz.

 

Die Taktik der deutschen Militärs zeichnete sich in der ersten Phase des Krieges  dadurch aus, dass sie die häufig auf Bergen verschanzten Franzosen von unten aus den Tälern angriffen, die Höhen wie bei Spicheren unter riesigen Verlusten erstürmten und die Verteidiger vertrieben. Dieses Vorgehen führte selbst bei der preußischen Führung zu Unbehagen. Bismarck schrieb an seine Frau: „Nur Faust, kein Kopf, und doch siegen wir.“ König Wilhelm gab am 23. August einen Tagesbefehl heraus, in dem er forderte, dieselben Erfolge mit geringeren Opfern zu erreichen.

Warum hatten die Deutschen mit ihrer Taktik, die im Grunde keine war, Erfolg? Vor allem profitierten sie von den Mängeln der französischen Kriegsführung. Die Fehler in der Mobilisierung setzten sich fort, die Kommunikation zwischen den Führern der verschiedenen Einheiten und Armeen funktionierte schlecht oder gar nicht, die Kräfte wurden verzettelt, es fehlte an Entschlossenheit. Man kann wohl etwas pauschal feststellen, dass diese Mängel eine Widerspiegelung der Krise des Regimes von Napoleon III. waren. Vielleicht spürten die Verantwortlichen, dass ihre Zeit vorüber war? Auf jeden Fall erzeugten die Probleme, die bei der Mobilisierung eingetreten war, eine depressive Stimmung, was eine Demoralisierung der Truppe bis zum einfachen Soldaten bewirkte.

 

Aber woher kam die unglaubliche Opferbereitschaft der deutschen Soldaten? Tobias Arand hat folgende Erklärung:
„Erstens ist das Verhältnis von Mannschaften und Offizieren, anders als in der französischen Armee, nicht nur von Strenge, sondern zugleich von Fürsorge und einem gewissen Respekt geprägt. Die Auftragstaktik gibt jedem das Gefühl der Verantwortung für das Ganze und die häufig bezeugte Zuneigung der Mannschaften zu vielen ihrer Offiziere dürfte ein für die Kampfmoral nicht zu unterschätzender Faktor sein. Zweitens haben viele deutsche Kämpfer tatsächlich das Gefühl, für eine gute Sache zu kämpfen. Auch das unterscheidet sie von ihren Gegnern, die ohne jede plausible Motivation in den Kampf ziehen müssen“.

Auftragstaktik bedeutet, dass die Führung das Ziel nennt und den untergeordneten Dienstgraden Freiheit bei der Wahl des Weges gewährt, um das vorgegebene Ziel zu erreichen.

 

Allerdings vertritt der Militärhistoriker Klaus Jürgen Bremm in diesem Punkt eine andere Auffassung. In seinem Buch '70/71 Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen', das 2019 herausgekommen ist, schreibt er über die Schlacht bei Colombey-Nouilly: „Der Leutnant im preußischen 3. Grenadier-Regiment Max Liebermann von Sonnenborn stürmte am 14. August 1870 mit seinem Infanteriezug (…) praktisch ahnungslos über Felder und Straßen vor. Seinen ihn mit Fragen bedrängenden Soldaten hatte er nur das mitteilen können, was ihm durch 'Hörensagen' zugetragen worden war. Eine Befehlsausgabe mit Lageorientierung, genauem Auftrag und dem Zusammenwirken mit benachbarten Verbänden hatte offenbar nicht stattgefunden. Selbst Liebermanns Kommandeur wusste nur, dass er mit seinem Bataillon auf die Südecke einer etwa zwei Kilometer entfernten Ortschaft vorgehen sollte. Von der viel gerühmten Auftragstaktik des deutschen Heeres war im Krieg von 1870/71 nicht viel zu bemerken.“

Bleibt die Frage, warum die deutschen Soldaten die brutale Art der preußisch-deutschen Kriegsführung mitmachten. Die einfache Antwort ist, dass sie keine Wahl hatten, erklärt Klaus-Jürgen Bremm. Gehorsam war selbstverständlich und Ungehorsam wurde, wenn er mal vorkam, von den Offizieren meist schon im Ansatz brutal unterdrückt.

Bremm zitiert eine Arbeit von Frank Kühlich aus dem Jahr 1995, in dem der  die Auffassung vertritt, dass die deutschen Offiziere noch von einer im Absolutismus wurzelnden Mentalität geprägt waren und als Teil der Obrigkeit jederzeit unbedingten Gehorsam forderten: „Oft traten Offiziere vor der Front anmaßend und beleidigend auf und schreckten auch nicht davor zurück, ihre Untergebenen mit wüsten Drohungen oder sogar Faustschlägen ins Gesicht einzuschüchtern. (…) Selbst für kleinere Vergehen konnte verschärfter Arrest verhängt werden, der im Feld durch mehrstündiges Anbinden an Bäume oder Wagenräder vollstreckt wurde. Befehlsverweigerung wurde mit Festungshaft geahndet. Auch Todesstrafen wegen Wachvergehen konnten verhängt werden, wurden aber gewöhnlich in Festungshaft umgewandelt.“

 

Zwang und Unterdrückung herrschten im 19. Jahrhundert gewiss in allen Armeen, und natürlich auf beiden Seiten des Rheins. Wobei es wohl zutrifft, dass die deutschen Soldaten eher das Gefühl hatten, für eine gerechte Sache zu kämpfen, als die französischen; schließlich hatte die französische Regierung den Krieg wegen einer ziemlichen Lappalie vom Zaun gebrochen.

Bleibt trotzdem die Frage, wie sich die große Opferbereitschaft auf deutscher Seite erklärt. Sie bestand nicht nur darin, dass die Offiziere ihre Mannschaften ins Feuer schickten. Unter den Verletzten und Toten waren überdurchschnittlich viele Offiziere.

Ein Grund mag in den Verhältnissen in den meisten deutschen Staaten liegen, und da vor allem in Preußen. Die Gesellschaft war insgesamt noch stark feudal geprägt. Entscheidungsträger waren Adlige und Militärs. Wer aus nicht-adligen Verhältnissen stammte und Karriere machen wollte, für den gab es den Weg über das Offizierskorps. Dort herrschte ein starker Korpsgeist, geprägt von Männlichkeitsritualen, einem feudalen Ehrbegriff und Opferbereitschaft. Wer sich dort als tapferer, entschlossener und auch rücksichtsloser Führer auszeichnete, dem eröffneten sich gute Aussichten auf eine anerkannte gesellschaftliche Existenz.

 

Schon Anfang September 1870 endete der 1. Akt der Tragödie. Eine ganze französische Armee wurden zusammen mit dem Oberbefehlshaber Napoleon III. beim kleinen Städtchen Sedan an der Grenze zu Belgien von deutschen Truppen eingeschlossen. Am 2. September kapitulierte sie. Napoleon wurde gefangen genommen und „ab nach Kassel“ geschickt.

 

2. Akt: Der französische Verteidigungskrieg

 Am 4. September wurde in Paris die Republik ausgerufen. Bereits am 9. September 1870 verfasste Karl Marx in London die 'Zweite Adresse des Generalrats der Internationalen Arbeiter-Assoziation über den Deutsch-Französischen Krieg'. Darin schrieb er: „In seiner Thronrede an den Norddeutschen Reichstag hatte er (König Wilhelm von Preußen, R.K) feierlich erklärt, Krieg zu führen nur gegen den Kaiser der Franzosen und nicht gegen das französische Volk. (…) Er sei nur durch militärische Vorkommnisse dahin gebracht (worden), die Grenzen Frankreichs zu überschreiten. Der Verteidigungskrieg endete (...) mit der Ergebung Louis Napoléons, der Kapitulation von Sedan und der Proklamation der Republik in Paris. Aber schon lange vor diesen Ereignissen (…) entschloß sich die preußische Militärkamarilla zur Eroberung“.

Später im Text zitiert Marx ein Manifest der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei vom 5. September 1870: „Im gemeinsamen Interesse Frankreichs und Deutschlands, im Interesse des Friedens und der Freiheit, im Interesse der westlichen Zivilisation gegen orientalische Barbarei werden die deutschen Arbeiter die Annexion von Elsaß-Lothringen nicht geduldig ertragen... .“

 

Ab September 1870 änderte der Krieg seinen Charakter, das lag klar auf der Hand und wurde von den Zeitgenossen auch so wahrgenommen. Und von da an stellte sich die deutsche Linke auch eindeutig gegen den Krieg. Trotzdem ist es erstaunlich, dass sie den Anfang des Krieges gut geheißen hat. So zitiert sich Marx in der oben zitierten Adresse selbst, und zwar mit einem Satz aus der ebenfalls von ihm verfassten 'Ersten Adresse des Generalrats der Internationalen Arbeiter-Assoziation' vom 23. Juli: “Die deutsche Arbeiterklasse hat den Krieg, den zu hindern nicht in ihrer Macht stand, energisch unterstützt, als einen Krieg für Deutschlands Unabhängigkeit und für die Befreiung Deutschlands und Europas von dem erdrückenden Alp des zweiten Kaiserreichs (also Napoleons III., R.K).“ Nun, immerhin war Bismarck nicht ganz unschuldig am Kriegsausbruch. War das dem ansonsten hellsichtigen Beobachter Karl Marx entgangen?

Auf jeden Fall herrschte Anfang September 1870 in der antibürgerlichen Opposition in Deutschland Einigkeit darin, dass die „Verteidigung“  Deutschlands abgeschlossen sei und der Krieg beendet werden müsse. Der „Alptraum“ Napoleon war vorbei, ein neuer Angriff Frankreichs war nicht zu befürchten, einer Vereinigung Deutschlands – allerdings unter Führung der fast absoluten Monarchie Preußen - stand nichts mehr im Weg.

 

So dachten aber nicht die deutschen Eliten. Das Bildungsbürgertum erging sich  in Erinnerungen an das Heilige Römische Reich und seine Gebiete Elsass und Lothringen, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung der beiden Regionen nicht zu einem (noch zu gründenden) Deutschen Reich gehören wollte. Die Militärs forderten energisch einen Lohn für ihre Anstrengungen und Verluste. Bismarck waren zwar nostalgische Gefühle fremd, aber er wollte der französischen Bestie die Krallen ziehen, wie das in einer zeitgenössischen Karikatur dargestellt wurde. Deshalb war er fest entschlossen, den Franzosen das Elsass und einen Teil Lothringens mit den für Deutschland gefährlichen Festungen Straßburg und Metz wegzunehmen. Der Gegner sollte empfindlich geschwächt werden, um ihn seines Gefahrenpotentials zu berauben.

Es ist erstaunlich, dass der Realpolitiker Bismarck glaubte, eine solche Politik könnte dem neuen Deutschen Reich auf Dauer den Frieden sichern. Vier Jahre zuvor, im Krieg von 1866, hatte er die Militärs noch daran gehindert, ihren Sieg über Österreich mit Gebietsabtretungen und triumphierenden Gesten auszukosten. Was bei Österreich klug war, wäre gegenüber Frankreich notwendig gewesen: ein Friede mit Augenmaß, der den unterlegenen Gegner nicht demütigt. Die preußisch-deutsche Politik entschied sich für den entgegengesetzten Weg.

 

Am 4. September diskutierte der Corps législatif, das napoleonische Parlament in Paris, darüber, wie es weitergehen sollte. Die Abgeordneten konnten sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen, während die Stadt im Aufruhr war. Schließlich stürmten Demonstranten das Palais Bourbon und forderten die Abgeordneten auf, sofort die Republik auszurufen. Daraufhin verließen vor allem antimonarchistische Abgeordnete das Gebäude und schlugen sich zum Hotel de Ville, dem Pariser Rathaus, durch. Dort bildeten sie eine 'Regierung der Nationalen Verteidigung'. Regierungschef wurde der Militärgouverneur von Paris, General Louis Jules Trochu, Außenminister der liberale Jules Favre, Innenminister der linke Léon Gambetta.

 

Inzwischen marschierten die deutschen Truppen weiter in Richtung Paris, allerdings wurde die Festung Metz noch von den Franzosen gehalten und ihre Belagerung band starke deutsche Kräfte.

Mitte September bot Jules Favre Bismarck an, den Krieg zu beenden und 5 Milliarden Francs Entschädigung zu zahlen. Bismarck forderte aber zusätzlich die Abtretung von Elsass und Lothringen. Dem konnte Favre nicht zustimmen und der Krieg ging weiter, nun als Volkskrieg gegen die deutschen Eindringlinge.

 

Die Militärs Napoleons III. hatten zu Beginn des Krieges große Schwierigkeiten gehabt, ihre Armeen einsatzbereit zu machen und an die Front zu bringen. Soldaten irrten umher bis sie schließlich zu ihren Einheiten fanden, es fehlte an Ausrüstung und Proviant.

Und die deutschen Truppen, waren sie besser organisiert? Ja, besser – das war sicher ein Grund, warum sie die französischen Armeen im August 1870 überall schlagen konnten – aber keineswegs gut. Vor allem fehlte es auch den Deutschen an Proviant, was dazu führte, dass schon zu Beginn des Krieges und in dessen Verlauf immer massiver Nahrungsmittel bei Bauern requiriert - in normaler Sprache – geraubt wurden. Man kann sich lebhaft vorstellen, welchen Eindruck deutsche Soldaten auf die französische Landbevölkerung machten, wenn sie ganze Viehherden forttrieben, Getreidespeicher und Kartoffelmieten leerten. Nach einem solchen Erlebnis war es kein Wunder, wenn ein Bauer mit den Freischärlern sympathisierte oder sich ihnen anschloss.

Angriffe von nicht uniformierten Kämpfern auf deutsche Einheiten hatte es schon im August gegeben, ab Oktober häuften sie sich. Im Verlauf des Krieges reagierten die deutschen Militärs – angefeuert durch Bismarck - darauf immer öfter mit Terror; dabei hatten preußische Militärs in den Kriegen gegen Napoleon I. selbst den zivilen Widerstand als legitimes Mittel der Landesverteidigung propagiert und sogar befohlen. Ihre Nachfolger dagegen ließen im Krieg gegen Frankreich aufgegriffene Freischärler oft ohne Verfahren erschießen. Immer wieder wurden Dörfer, aus denen 'Franctireurs' auf deutsche Truppen geschossen hatten, niedergebrannt.

Die französische Zivilbevölkerung begegnete den 'Boches' zunehmend mit Verachtung und Hass. Alle grausamen Züge eines modernen Krieges traten jetzt zutage: große Verluste der regulären Truppen, schwere 'Kollateralschäden' in den zivilen Bereichen und eine Spirale des Hasses.

 

Als klar war, dass mit den Deutschen kein milder Friede zu machen war, organisierte die Republik den Widerstand. Zunächst sorgte sie für die Verteidigung von Paris, das durch einen starken Festungsring geschützt war. Die Stadt wurde am 19. September 1870 von deutschen Truppen eingeschlossen. Der preußische Generalstabschef Moltke wollte die Stadt aushungern, da er zunächst nicht genügend Geschütze hatte, um die Festungen anzugreifen und auch eine verlustreiche Erstürmung der Forts vermeiden wollte. In der Stadt befanden sich neben 2 Millionen Zivilisten noch rund 350 000 Verteidiger. Diese machten einige Ausfallversuche, die aber nicht erfolgreich waren.

 

Mitte September verließen wichtige Regierungsmitglieder Paris und gingen nach Tours an der Loire. Der Innenminister Gambetta folgte ihnen drei Wochen später aus der inzwischen eingeschlossenen Stadt mit einem Heißluftballon, was großes Aufsehen erregte.

Der preußische Generalstabschef Moltke schrieb seinem Bruder, der Entschluss der neuen französischen Regierung, den Krieg nach der Niederlage von Sedan fortzusetzen, sei verantwortungslos. Der Militärhistoriker Bremm widerspricht ihm. Die Lage der Deutschen war im Herbst 1870 durchaus prekär. Ihre Truppen waren durch die Kämpfe im August stark dezimiert worden, dazu wurde eine deutsche Armee von ungefähr 150 000 Mann durch die Belagerung von Metz gebunden. Und ab Oktober griffen Gruppen von Freischärlern die deutschen Nachschubwege an. Gleichzeitig erklärte Gambetta den „Widerstand bis zum Äußersten“. Nach dem Vorbild der französischen Revolutionskriege wurden im Laufe des Herbstes Hunderttausende einberufen und bewaffnet. „Schon ein erster Erfolg der neuen Regierung konnte noch einmal alles wenden und im ganzen Land neue Kräfte freimachen“, schreibt Bremm.

 

Aber die Hoffnungen der republikanischen Regierung erfüllten sich nicht. Die schnell mobilisierten Kräfte konnten sich gegen die erfahrenen deutschen Einheiten nicht durchsetzen, obwohl sie ihnen zahlenmäßig überlegen waren. In zähen, verlustreichen Kämpfen an der Loire und auch in Nordfrankreich siegten schließlich die Deutschen. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass die Festung Metz am 27.Oktober kapitulierte und danach eine ganze deutsche Armee zusätzlich in den Kämpfen eingesetzt werden konnte.

Im Januar 1871 eröffnete sich für die französischen Verteidiger noch eine Chance: Unter Führung von General Charles Bourbaki, der Napoleons kaiserliche Garde kommandiert hatte, gelang es, zunächst unbemerkt von den Deutschen, eine Armee von ungefähr 100 000 Mann von der Loire nach Osten zu verlagern. Ziel war es, das Südelsass zu besetzen und dann den deutschen Nachschub zu blockieren. Das Unternehmen gefährdete die viel schwächeren deutschen Kräfte, die im Osten Frankreichs zurückgebliebenen waren, zunächst in hohem Maße.

Aber auch hier konnten sich die noch unerfahrenen und erschöpften Truppen der Republik nicht durchsetzen. Nachdem die Lage immer aussichtsloser wurde, versuchte Bourbaki, sich das Leben zu nehmen. Wenige Tage später entschied sein Nachfolger, die Armee über die Schweizer Grenze zu führen und sie in der Schweiz internieren zu lassen.

  

3. Akt: Die deutsche Reichsgründung

 Am 18. Januar 1871 wurde im Versailler Spiegelsaal, dem Zentrum des alten Französischen Königreichs, das neue Deutsche Kaiserreich proklamiert. Die Zeremonie war ganz und gar militärisch, Vertreter der deutschen Parlamente, der deutschen Bevölkerung waren nicht eingeladen worden. In der Ferne hörte man das Donnern der Kanonen, die inzwischen auf die dringende Forderung Bismarcks herangeschafft worden waren und Paris beschossen.

Formal bestand das Deutsche Reich schon seit dem 1. Januar. Nach zähen, schwierigen Verhandlungen war es Bismarck im November 1870 gelungen, die süddeutschen Staaten zum Beitritt zum Norddeutschen Bund zu bewegen und dadurch die Reichsgründung zu ermöglichen. Die süddeutschen Landtage hatten ihr Einverständnis erklärt, allerdings noch mit Ausnahme des bayerischen, der erst am 21. Januar zustimmte. In Versailles befand sich zu der Zeit das deutsche Hauptquartier mit der gesamten preußischen Staatsspitze.

Ende Januar wäre es höchste Zeit gewesen, die Reichsgründung auch durch eine Zeremonie zu bestätigen; und der Spiegelsaal sei einfach der größte Saal gewesen, den man für eine solche Veranstaltung in Versailles finden konnte, schreiben deutsche Historiker, zum Beispiel Hagen Schulze. Zeit und Ort wären also 'alternativlos' gewesen. Möglich, dass die meisten deutschen Zeitgenossen das damals so gesehen haben.

In Frankreich wurde die Sache vollkommen anders aufgefasst: als bodenlose Demütigung. Eine Zeremonie soll Außenwirkung erzielen. Vielleicht hatten die Regisseure, darunter vor allem Bismarck und der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, wirklich Sorge, die Bayern könnten noch abspringen, wenn nicht möglichst bald ein Vereinigungsritual inszeniert würde. Aber ist es glaubhaft, dass man den aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Sieg nicht abwarten konnte, um nach wenigen Wochen eine 'ordentliche' Gründungsfeier in Aachen, Frankfurt, Nürnberg oder auch Berlin abzuhalten? Abgesehen von den französischen Gefühlen ist es ja auch merkwürdig, dass sich eine immerhin konstitutionelle Monarchie auf fremdem Boden gründete, auf dem ihre Konstitution nicht galt. Das wirft auch ein Licht darauf, wie wichtig den Verantwortlichen ihre eigene Verfassung war.

 

 

4. Akt: Waffenstillstand und Pariser Commune

 An der Jahreswende 1870/71 begann die Beschießung von Paris. Sie beschränkte sich nicht auf den Festungsring, sondern es wurden auch gezielt Wohnviertel bombardiert. Wenn im Laufe der Kanonade auch 'nur' ungefähr 100 Zivilpersonen getötet und 300 verletzt wurden, wie manche Historiker betonen, wurde eines jetzt offenbar: die preußische Militärführung war bereit, Krieg auch gegen friedliche Zivilisten zu führen, wenn sie meinte, dass das ihren strategischen Zielen nützte.

Viel schlimmer war aber, dass von Oktober 1870 bis Februar 71 in Paris über

40 000 Menschen durch Unterernährung und Krankheiten starben. Das war die damals übliche Form, Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu führen, die auch vom preußischen Generalstab ganz bewusst eingesetzt wurde.

 

Am 19. Januar versuchte die französische Nationalgarde einen Ausbruchsversuch in Richtung Versailles, der aber vollkommen scheiterte. Danach erklärte der Regierungschef und oberste Militär in der Stadt, General Trochu, dass man die Stadt übergeben müsse. Schließlich wurde am 28. Januar ein Waffenstillstand unterzeichnet, dem der Rest der französischen Regierung, die mittlerweile in Bordeaux saß, am 31. Januar zustimmte.

Inhalt war die Übergabe der Pariser Forts an die Deutschen, die Stadt selbst blieb mit Ausnahme von zwei Arrondissements im Südwesten unbesetzt. Der Waffenstillstand sollte zunächst drei Wochen dauern, in dieser Zeit sollten Wahlen in ganz Frankreich durchgeführt werden. Diese fanden schon am 8. Februar statt. Sieger waren die Monarchisten, „Chef du pouvoir exécutif“ der dritten französischen Republik wurde Adolphe Thiers. Seine Regierung saß in Versailles.

Am 26. Februar unterzeichneten Thiers und Bismarck den Vorfrieden. Er beinhaltete in seinen Hauptpunkten die Abtretung des Elsass und einen Teil  Lothringens an das Deutsche Reich und die Bezahlung von fünf Milliarden Francs.

 

In Paris waren die linken Parteien über den Wahlausgang vom 8. Februar mehr als enttäuscht. Sie hatten gehofft, dass die Linke in ganz Frankreich siegen würde und den Verteidigungskrieg nach dem Auslaufen des Waffenstillstands fortführen könnte.

Als Adolphe Thiers am 18. März in einer Nacht- und Nebelaktion versuchte, die Geschütze der Pariser Nationalgarde auf dem Montmartre, dem Buttes-Chaumont und im Faubourg-Saint-Antoine abzutransportieren, kam es zu großen Demonstrationen und es wurden Barrikaden errichtet. Die Nationalgarde war in der Revolution von 1789 als Revolutionsarmee gegründet worden, im belagerten Paris vom Februar 1871 spielte sie eine wichtige Rolle beim Aufstand der Pariser Commune.

Dass diese scheiterte lag auch an ihren inneren Problemen, vor allem aber an dem brutalen Vorgehen der ehemaligen napoleonischen Generale, die Thiers gegen die Kommune einsetzte. Das Ende kam am 28. Mai. Tausende Kommunardinnen und Kommunarden wurden nach ihrer Gefangennahme exekutiert. Die Schätzungen gehen von 20 000 oder sogar 30 000 Opfern aus. Die deutsche Militärführung sah dabei zu und ließ die französischen Militärs die schmutzige Arbeit tun. „Der Kampf gegen die Pariser Kommune entpuppte sich als genozidale politische Säuberungsaktion, die der revolutionären Hauptstadt auf Jahre hinaus das Rückgrat gebrochen hat“, schreibt Klaus-Jürgen Bremm.

 

 

5. Akt: Frankfurter Friede

 Am 10 Mai 1871 unterzeichneten Jules Favre mit zwei weiteren Vertretern Frankreichs und Bismarck zusammen mit dem deutschen Diplomaten Bernd von Arnim in Frankfurt den Friedensvertrag, der im Wesentlichen die Bestimmungen des Vorfriedens von Versailles enthielt. Entscheidend war die Abtrennung des Elsass und von Teilen Lothringens und Reparationszahlungen in Höhe von 5 Milliarden Francs.

 

Der deutsch-französische Krieg von 1870 und 71 ist eine der großen europäischen Tragödien. In ihrer imperialen Gier schickten die Politiker der beiden Großmächte 100 000ende in den Tod, stürzten 100 000ende ins Elend. Frankreich, auf dessen Territorium der Krieg geführt wurde, wurde wesentlich schlimmer getroffen als Deutschland. Auf französischer Seite wurden 140 000 Soldaten getötet und vermisst, ungefähr die gleiche Zahl wurde verletzt, viele davon waren danach ihr Leben lang invalid.

Insgesamt hat Frankreich von 1866 bis 1871 2,1 Millionen Menschen verloren, davon 1,6 Millionen durch die Abtrennung von Elsass-Lothringen. 500 000 starben durch direkte oder indirekte Folgen des Krieges. Außerdem wurden viele Dörfer und Städte in Nordfrankreich zerstört oder stark beschädigt wie Paris. Auf deutscher Seite starben fast 50 000 Soldaten oder wurden vermisst, 100 000 wurden verletzt. „Die deutsch-französischen Gewalterfahrungen der Jahre 1870 und 1871 (…) sind ein in der Geschichtswissenschaft bis heute für das Verständnis der Katastrophen der beiden Weltkriege häufig übersehenes Phänomen“, schreibt Tobias Arand.

 

Das siegreiche Deutschland war im Herbst 1870 nicht bereit, dem unterlegenen Frankreich einen milden Frieden zu gewähren, sondern führte den Krieg bis zum bitteren Ende weiter. Die Folgen waren bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zu spüren. „Nur Faust, kein Kopf!“ Es ist bemerkenswert, dass  Bismarck die tiefere Bedeutung seiner Feststellung vom August 1870 offenbar selbst nicht verstand.

 

Literatur:

 Arand, Tobias, 1870/71, Die Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges erzählt in Einzelschicksalen, Hamburg 2018

 Bremm, Klaus-Jürgen, 70/71, Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen, Darmstadt 2019

 Bismarck, Otto, Fürst von, Gedanken und Erinnerungen, Band II, Stuttgart und Berlin, 1913

 Craig, Gordon A., Deutsche Geschichte , 1866 – 1945, München 1980

 Engels, Friedrich, Einleitung zur Ausgabe von 1891 von Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, Moskau 1971

 Marx, Karl, Zweite Adresse des Generalrats der Internationalen Arbeiter-Assoziation über den Deutsch-Französischen Krieg, Moskau 1971 

 

Mai 2020

Ralf Kröner