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Salon mit einem Gast

Wann: Sonntag, 29. Mai 2022, 11:00 bis 13:00 Uhr
Wo: Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden

Albert Camus Roman La Peste ist während der ersten Monate der Corona-Pandemie in Frankreich und auch in Deutschland wieder viel gelesen worden. Das Buch war 1947 gleich nach seinem Erscheinen ein großer Erfolg. Es ist die Geschichte des Kampfes der Menschen gegen die Pest, die in Oran (Algerien) plötzlich ausgebrochen ist. So beginnt der Roman: „Les curieux événements qui font le sujet de cette chronique se sont produits en 194., à Oran“ (die denkwürdigen Ereignisse, die Gegenstand dieser Chronik sind, geschahen 194., in Oran).

Catherine Gebhardt-Bernot stellt den Roman auf Französisch und Deutsch vor - in seinem historischen Zusammenhang und zieht dann Verbindungslinien zur Covid-19 Pandemie.

Diskussion/Vortrag der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg

Wann: Montag, den 23. Mai 2022 von 18 bis 20 Uhr
Wo: dasCANN, Kegelenstr. 21, Bad Cannstatt, 70372 Stuttgart
Eintritt: frei

Podiumgäste:

  • Benjamin Seidl (Jugendtreff Feuerbach)
  • Jenny Jarling und Timo Mildner (Mobile Jugendarbeit)
  • Ralf Kröner (Journalist)
  • Dr. Martin Schacht (DVJJ. Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V.)

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2020 lief eine Polizeikontrolle in der Stuttgarter Innenstadt aus dem Ruder und schaukelte sich zu dem auf, was später meist als «Stuttgarter Krawallnacht» bezeichnet wurde. Politik und Justiz reagierten äußert scharf. Politiker behaupteten, man habe es mit Jugendlichen zu tun, die «gegen den Rechtsstaat eingestellt seien» (Kretschmann) und die man «alle kriegen» müsse (Strobl).

Tatsächlich identifizierte die Polizei fast 154* beteiligte Jugendliche. Ende 2020 begannen die ersten Prozesse. Gerade in den ersten Instanzen wurden mitunter harte Jugendgefängnisstrafen ohne Bewährung verhängt, die in einigen Fällen über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Maß hinausgingen (aber häufig in der zweiten Instanz abgemildert wurden). Zahlreiche Beschuldigte kamen in Untersuchungshaft, obwohl in den meisten Fällen weder Flucht-, noch Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr bestand.

Soziale Ursachen und Erfahrungen mit Diskriminierung durch die Polizei wurden im Kontext der «Krawallnacht» zumindest ansatzweise diskutiert. Doch die sozialen und entwicklungspsychologischen, jugendtypischen Ursachen wurden nicht genügend berücksichtigt. In der Veranstaltung sollen auch Ansprüche und Grundsätze des Jugendstrafrechts herausgestellt werden – z. B. der Vorrang nachholender Erziehung vor Strafe.

Zu Beginn der Veranstaltung wird der Stuttgarter Journalist Ralf Kröner seine Eindrücke von neun öffentlichen Prozessen gegen Beschuldigte der «Krawallnacht» schildern. Benjamin Seidl, Leiter des Jugendtreff Feuerbach, wird den Zusammenhang zwischen den Ereignisse vom Juni 2020 und den Lebenslagen von Jugendlichen herstellen. Jenny Jarling und Timo Mildner von der mobilen Jugendarbeit Stuttgart knüpfen hieran an und stellen ihre Arbeit dar, die darin besteht, Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung in der Innenstadt zu ermöglichen. Welche Veränderungen haben sich nach den Geschehnissen vom Juni 2020 ergeben? Dr. Martin Schacht, Oberstaatsanwalt an der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Mitglied der Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ), wird die Bedeutung jugendstrafrechtlicher Prinzipen vor dem Hintergrund der juristischen Verfolgung der Ereignisse darstellen.

Im Anschluss an die vier Impulse, wird es genügend Zeit für Diskussion und Austausch geben.

(*Hinweis: Die im Text genannten Zahlen beziehen sich auf den Stand von August 2021.)

Kurs 22F10035 im VHS Unteres Remstal

Wann: Montag, den 16. Mai 2022 von 20 bis 22 Uhr
Wo: Kleinheppach, Schulstr. 11, Dorfgemeinschaftshaus, 71404 Korb
Eintritt: frei,  Anmeldung erforderlich wegen begrenzter Platzzahl

Der Schorndorfer Karl Friedrich Reinhard wurde 1799 französischer Außenminister. Der berühmte französische Politiker Talleyrand nannte ihn das Geschenk „Tübingens an Frankreich“, da Reinhard dort studiert hatte. Aber eigentlich war er ja ein Geschenk des Remstals. Die Beziehungen dieses Kerngebiets Württembergs zu Frankreich waren vielfältig: so wurden z.B. französische Weinsorten schon im Mittelalter erfolgreich im Remstal angebaut. Später wurde das Remstal öfter von französischen Truppen heimgesucht, aber es gab eben auch einen fruchtbaren Austausch und gibt ihn bis heute.

Kursleiter: Ralf Kröner

Salon mit literarischen Spielen

Wann: Sonntag, 27. März 2022, von 11 bis 13 Uhr
Wo: Café des Kulturzentrums Merlin, Augustenstr. 72, Stuttgart-West
Eintritt: 5€, Kaffee, Tee und Croissants können bestellt werden
Corona: 2G

Wer kann einen großen Autor, eine große Autorin erkennen, wer kann ihn oder sie so imitieren, dass die Zuschauer*innen die Fälschung nicht erkennen?

Inspiriert durch die Kultsendung in France Culture „Des Papous dans la tête“ unternehmen wir mit drei Mitspielern auf der Bühne und dem Publikum eine Entdeckungsreise in die französische Literatur. Gespielt wird auf Deutsch, aber die Texte werden auch im französischen Original präsentiert.

Zuerst muss aufgrund von Stil und Inhalt eines Textes der Autor erraten werden. Dann erfinden die Mitspieler Anfang und Ende eines berühmten Romans, der Originaltext wird daruntergemischt und das Publikum muss raten. Schließlich schreiben die Podiumsgäste ein Gedicht in der Struktur eines berühmten Vorbilds.

Unsere  Mitspieler auf der Bühne sind: der Journalist Dr. Peter Hölzle Alexis Savier und Charles Thin

Moderation: Nicolas Rist, unterstützt von Jörg Rössig

 
 
 
 
 

Theatralische Lesung für Kinder ab 8 Jahren
Im Rahmen der französischen Wochen 2022

Sprache: französisch

Wann: Freitag, 25. März 2022, ab 15 Uhr
Wo: Institut français Stuttgart, Schlossstraße 51, 70174 Stuttgart
Eintritt: frei, Spende möglich

Was macht einen Held? In „die Legende der Jahrhunderte“ (la légende des siècles), Victor Hugo erforscht für uns gleichzeitig die Geschichte, die Mythologie und die Religion: Superhelden und Monster, Sklaven und Tyrannen, Waisenkinder und arme Fischer, oder sogar Gott und Satan! Überall der Kampf von Gut gegen Böse ermöglicht einer anderen Art von Heldentum zu erscheinen, und falls die Guten manchmal dabei sterben, gewinnen sie immer auf ihre Weise…

Nicolas Rist liest und spielt alle Figuren der vielfältigen Gedichten und die Kinder sollen herausfinden, welche davon der Held ist und warum.

Film-Premiere in Anwesenheit des Filmemachers Pierre Vidal
Dokumentarfilm (Dt./Frz.) über das Projekt „Gurs – Die Flucht in die Freiheit“ 2021
Deutsch-französische Jugendbegegnung und musikalische Darbietungen von Kompositionen aus Gurs, sowie Spurensuche und Interviews in Stuttgart, Pforzheim, Karlsruhe, Freiburg und Darmstadt.

Wann: Donnerstag, 24. März 2022, 17 Uhr, mit Wiederholung um 19 Uhr
Wo: Institut français Stuttgart, Schlossstraße 51, 70174 Stuttgart
Eintritt: frei

 

Was bleibt noch in unserer kollektiven Erinnerung an die Internierung zehntausender Menschen im Lager Gurs, im Südwesten Frankreichs? Was bleibt vom Leid dieser Tausenden von Menschen, die gewaltsam ihren Familien entrissen wurden? Was bleibt von den Menschen, die verschwunden sind, dort gestorben sind oder in die Todeslager der Nazis deportiert wurden? Von ihrer Menschlichkeit, von der Musik und von den in dieser Hölle entstandenen künstlerischen Werken? Wie wird diese tragische Zeit in den Köpfen der jüngeren Generationen aufgenommen?


Wir begleiteten eine Gruppe junger französischer Schüler*innen aus der Gegend von Gurs – aus Gymnasien in Pau und Oloron – und deutscher Schüler*innen aus der Region Baden-Württemberg – aus Stuttgart, Tübingen – und aus Darmstadt bei ihrem Besuch an den Orten der Erinnerung. Wir hören ihnen zu. Wir sammeln ihre Eindrücke und Reaktionen und beobachten die Art und Weise, wie junge Menschen die Gewalt, die Unmenschlichkeit der geschichtlichen Fakten mit der Welt von morgen, die sie selbst gestalten werden, in Bezug bringen…


In Ergänzung zu dieser Erinnerungsarbeit werden Überlebende interviewt, wie Ernest Rapp, Historiker wie Serge und Beate Klarsfeld oder Roland Paul, und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich im Kampf gegen die Wiederbelebung von Rassismus und Antisemitismus engagieren.